Kapital & Arbeit

10.08.2010: Vierzig Milliardäre wollen die Hälfte oder mehr ihres Vermögens für – nach eigenem Bekunden – wohltätige Zwecke spenden. Sie folgen der Initiative der beiden reichsten Menschen in den USA, Bill Gates und Warren Buffet. Dieser Vorstoß ist vor allem eins: ein gutes Geschäft, mehr noch: für die Milliardäre ist es dringend geboten.

Weiterlesen: Spenden wofür?

06.08.2010: Fast 600 Beschäftigte des Automobilzulieferers Hay aus den rheinland-pfälzischen Gemeinden Bockenau und Bad Sobernheim demonstrierten am Donnerstag in Bad Kreuznach gegen die Blockadehaltung eines von der Commerzbank geführten Bankenkonsortiums. Die Befürchtung, daß am Freitag Konkurs für den Betrieb mit über 1.200 Beschäftigten angemeldet werden müsste, trieben Belegschaft, Betriebsrat und IGM kurzfristig zu dieser Kampfmaßnahme.

Weiterlesen: Hay-Belegschaft demonstriert - und die Banken müssen nachgeben

05.08.2010: "Die große Karte der Hartz-IV-Strafen" titelte T-Online am 4. August. Die dort abgedruckte Landkarte zeigte Erstaunliches: Während in manchen Landkreisen und Städten unter 1,8% der Hartz-IV-Opfer mit Sanktionen belegt wurden, waren es anderenorts bis zu 6,2%. Wobei die T-Online-Redaktion erkannt haben will, daß es im Osten weniger Sanktionen gäbe es als im Westen. Das läge laut Bundesagentur für Arbeit daran, daß dort insgesamt weniger offene Stellen, folglich weniger Angebote und somit auch "Verweigerer" gäbe als im Westen. Sieht man sich die Karte aber genauer an, so stellt man innerhalb der Bundesländer in Ost und West große Unterschiede fest. Der Autor beleuchtet die Situation in Rheinland-Pfalz.

Weiterlesen: Die große Karte der Hartz-IV-Strafen

20.07.10: Das Gesundheitsministerium hat die Entwicklung der Krankentage im ersten Halbjahr 2010 veröffentlicht. Mit 3,58 Prozent ist der Krankenstand weiterhin niedrig, aber so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Damit setzt sich der Trend aus 2009 fort (3,4 Prozent) und setzt eine eigentlich etablierte Regel außer Kraft, wonach der Krankenstand im Aufschwung hoch und in der Rezession niedrig ist. Weiter zugenommen haben Fehltage aufgrund psychischer Leiden. Nach Angaben der AOK waren psychische Erkrankungen im Jahr 2009 für 8,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage verantwortlich. Die meisten Fehltage gingen allerdings im vergangenen Jahr auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen (23 Prozent). Es folgen Krankheiten der Atemwege (14 Prozent) und Verletzungen (12,3 Prozent). Psychische Erkrankungen folgen auf dem vierten Platz, gefolgt von Herz-Kreislaufleiden (6,8 Prozent). Allerdings sorgt eine psychische Krankheit im Schnitt für besonders viele Fehltage. Die Fehlzeit war mit im Schnitt 22,6 Tagen je Fall so lang wie bei keiner anderen Erkrankung. Und sie nehmen dramatisch zu: seit 1998 haben psychische Erkrankungen um 82,6 Prozent zugenommen.

Weiterlesen: Krank, und immer erreichbar

14.07.10: Die Ölpest im Golf von Mexico ist ein Fanal für die hemmungslose Zerstörung der Ökosysteme durch die Öl-Multis. Eine neue Studie des UN-Umweltprogramms UNEP zeigt, dass BP kein Einzelfall ist. "Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungehindert fort", sagte der Leiter des UN-Umweltressorts Achim Steiner bei der Vorstellung der Studie. Die 3000 bedeutendsten Konzerne verursachen dieser Studie zufolge jährlich einen Umweltschaden von annähernd 2000 Milliarden Euro. Bei ihrer Jagd nach Profit schenken die Unternehmen dem Arten- und Umweltschutz keine Beachtung. Mit der Folge, dass Wildnis, Arten, Lebensräume und Ökosysteme in immer schnellerem Tempo verschwinden.

Weiterlesen: UN: Konzerne zerstören Umwelt

strassenarbeiter_niosh09.07.2010: Gerade einmal sieben Prozent der Leiharbeitnehmer schaffen den Sprung in eine Festanstellung. Das ist ein Ergebnis der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, das die Erwerbsbiografien von Leiharbeitnehmern aus dem Jahr 2006 untersucht hat. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam vor kurzem auch die Bertelsmann-Stiftung.

Seit Anfang der 90er Jahre wurde die Leiharbeit nach und nach stark „dereguliert“, zuletzt im Zuge der Hartz-Reformen. Zwischenzeitlich haben Leiharbeiter kaum noch Rechte und können beinahe nach Belieben nicht nur zur Abarbeitung von Auftragsspitzen sondern immer mehr als billiger, rechtloser Ersatz für Kernbelegschaften eingesetzt werden. Begründet wurden und werden diese Maßnahmen immer wieder besonders zynisch: Arbeitslose würden so die Chance bekommen, wieder in eine Festanstellung (Beschäftigungsbrücke) zu gelangen.

Weiterlesen: Leiharbeit ist keine Chance auf Festeinstellung

bruederle06.07.2010: „Deutschland ist wieder da! Nicht nur sportlich. Auch wirtschaftlich. Und politisch.“ Wer sich vor den Untiefen regierungsamtlicher Aufschwungslyrik nicht scheut, („DieWachstumsbeschleunigung findet statt, so wie wir sie im gleichnamigen Gesetz vom Jahresanfang angedacht haben“) sollte die Regierungserklärung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle lesen.

„Die Auftragsbücher der Industrie haben sich im Frühjahr deutlich gefüllt. Die Produktionstätigkeit hat sich kräftig belebt und die Auslastung der Kapazitäten steigt wieder an.“ Trotz Brüderles Schlichtfassung, hier ist das Krisenaktionsprogramm des deutschen Imperialismus griffig dargelegt: „Die Perspektiven für den Welthandel und die Weltwirtschaft haben sich deutlich aufgehellt. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer Zunahme desWelthandelsvolumens von sieben Prozent in diesem Jahr und sechs Prozent im nächsten Jahr. Da müssen wir dabei sein. Und da werden wir dabei sein.“ Und zwar ohne Rücksicht auf Verluste, das hatte Brüderles Chefin schon auf dem G20-Gipfel deutlich gemacht.

Weiterlesen: Brüderles Platz an der Sonne

25.06.2010: Krisengewinnler! Die Millionäre dieser Welt haben den leichten Rückgang ihrer Finanzvermögen zu Beginn der Krise, jetzt im zweiten Krisenjahr – 2009 - mehr als ausgleichen können. Sie sind heute reicher als je zuvor. Das geht aus dem jüngsten Reichtumsreport (World Wealth Report) von Merrill Lynch und Capgemini hervor. Zehn Millionen Menschen gibt es weltweit, die mehr als eine Million Dollar flüssig haben. Flüssig bedeutet: Sie haben das Geld übrig, der Betrag ist frei verfügbar, ihr luxuriöser Lebensstil ist bereits finanziert. Die Geldsumme kann jederzeit und überall investiert werden. Noch flüssiger, geradezu  überflüssig sind die 93.000 Ultra-HNWIs (die Ultra High Net Worth Individuals), zu deutsch die Super-Reichen. Sie haben mindestens 30 Millionen Dollar an liquiden Mitteln – über ein Fünftel mehr (21,5%) als im Jahr davor.

Weiterlesen: Millionäre kennen keine Krise

Weitere Beiträge ...

Der Kommentar

Es ist keine Karawane – es ist das Leiden, das dort geht

Es ist keine Karawane – es ist das Leiden, das dort geht

Kommentar von Jaime Flores, Honduras

Die Karawane der Migrant*innen ist nur die erste öffentliche und massive Manifestation der humanitären Krise, in der die Mehrheit der Bevölkerung lebt; abgestritten von der Regierung, von der Oligarchie, Botschaften, Organisationen der Zivilgesellschaft und anderen Institutionen, die mit der Diktatur kooperieren.

weiterlesen

Im Interview

Brasilien: Wie ein rechtsextremer Kandidat die Wahlen gewann

Brasilien: Wie ein rechtsextremer Kandidat die Wahlen gewann

02.11.2018: Jair Bolsonaro gewann die Präsidentschaftswahlen. Der Sieg des Ex-Militärs, der offen die frühere Militärdiktatur sowie Folter befürwortet, stellt eine Zäsur für die brasilianische Demokratie dar. Über die unterschiedlichen Ursachen des extremen Rechtsrucks Brasiliens sprach Audrey Changoe mit der Amazonienexpertin Eliane Brum und dem Aktivisten Itamar Silva .

weiterlesen

marxistische linke - Partnerin der Europäischen Linken

Den Aufbruch wagen

Den Aufbruch wagen

von Leo Mayer

14.10.2018: Knapp eine Viertelmillion Menschen demonstrierten für die Unteilbarkeit von sozialen und Menschenrechten, nicht irgendwo virtuell im Netz auf einer Homepage mit einem Klick, sondern ganz real auf den Straßen Berlins.

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier