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IGM Bawue Logo 2019 11 2219.11.2019: Für den 22. November ruft die IG Metall Baden Württemberg nach Stuttgart zu einem landesweiten "Aktionstag gegen die angekündigten Stellenstreichungen und Sparprogramme in der Automobil- und Zuliefererindustrie und für einen fairen Wandel der Arbeitswelt auf." Die Kundgebung beginnt um 15 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Die IG Metall rechnet mit 10.000 plus x Demonstrant*innen.

Dazu Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg: "Zurzeit herrscht die Stunde der Optimierer. Anstatt gemeinsam mit ihren Beschäftigten Perspektiven für eine gute und ökologische Zukunft und sichere Arbeitsplätze zu entwickeln, setzen etliche Unternehmen vorrangig auf Profitmaximierung. Nahezu täglich werden neue Sparprogramme und Stellenstreichungen bekannt – häufig unter dem Deckmantel des technischen Wandels. Mit einem fairen Wandel hat das nichts zu tun und deshalb gehen wir am 22. November auf die Straße."

Unabhängig davon was "fairer Wandel" bedeutet, sind der Aufruf zu einer landesweiten Demonstration und die notwendige Mobilisierung in den Betrieben eine erste Antwort auf die heranziehende kapitalistische Wirtschaftskrise. Täglich verkünden ihre Unternehmen neue Hiobsbotschaften für die Belegschaften aus der Automobil – und Zulieferindustrie Baden Württembergs. Aber nicht nur dort. Die Einschläge für die Beschäftigten kommen immer schneller und heftiger.

Im Vergleich zu diesen Einschlägen ist der Aufruf zur Kundgebung etwas zaghaft formuliert. Nur mit Aufrufen verändert niemand die Welt. Auch nicht die Abwälzung der kapitalistischen Krise auf die arbeitende Bevölkerung. Notwendig dazu sind die Mobilisierung der Kolleginnen und Kollegen. Diese Kundgebung mit 10.000 Multiplikatoren könnte dazu ein wirkungsvoller Auftakt werden. Auch zur anstehenden Tarifrunde 2020. Jedenfalls ist die Entrüstung der Metallunternehmer über diesen landesweiten Aktionstag der IG Metall groß.

Für sie sei dies "kein guter Auftakt für die Tarifrunde 2020", so der Südwest-Metall Hauptgeschäftsführer Peer-Michael Dick. Er forderte die IG Metall zum Verzicht auf. Denn "ohne Verzicht wird die Transformation nicht gelingen." Die IG Metall solle also auf Aktionen gegen geplante Entlassungen, Sparprogramme, Verlagerungen. Betriebsstillegungen Standortschließungen verzichten.

Menschen sind wichtiger als Profitmaximierung!

Scharf kritisiere der Geschäftsführer der IG Metall Waiblingen und Ludwigsburg, Matthias Fuchs, auf einer Pressekonferenz das rigorose Vorgehen der Metallunternehmer. Nach einem Jahrzehnt mit Rekordgewinnen greifen sie auf ihre alten Pläne "aus dem Giftschrank", zurück. Es werde gekürzt, geschrumpft, abgebaut. Damit aber seien die anstehenden Transformationsprozesse nicht zu bewältigen. Das sei kontraproduktiv. "Menschen und ihre Familien müssen vor der Profitmaximierung kommen." Bei der Profitmaximierung sei Verzicht gefragt, so der Metaller.

IGM Conti OppenweilerIm Bereich der Verwaltungsstelle Waiblingen will der Autozulieferer Continental sein Werk in Oppenweiler schließen. Dies ohne Not. Rund 340 Mitarbeiter*innen sind davon betroffen. Die IG Metall hat einen alternativen Plan für den Standort Oppenweiler vorgelegt. Aber der Continental-Konzern zieht es offenbar vor, den Standort zu schließen. Das sei ein Skandal, so Fuchs. Am Bosch- Standort Murrhardt müssen die Beschäftigten eine Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer befürchten. In anderen teilweise von Konzernen beherrschten Zulieferer-Betrieben sieht das nicht viel anders aus.

Matthias Fuchs: "Es ist die Aufgabe von Gewerkschaften, auszufechten, dass diejenigen, die etwas erwirtschaften, auch etwas davon abkriegen." Sollten die Unternehmen nicht bereit sein mit den Gewerkschaften für die Beschäftigten eine sichere Zukunftsperspektive zu erarbeiten, dann müsse die Gewerkschaft "zeigen wie stark sie sein kann, wenn sie stark sein muss."

Matthias Fuchs von der IG Metall kennt auch das Spannungsfeld, in dem sich die aktuellen Diskussionen bewegen. Auf der einen Seite die Ökologie, der Klimaschutz und "Fridays for Future", auf der anderen Seite die Beschäftigten, die in Sorge sind um ihre Jobs und eine Perspektive für sich und ihre Familien brauchen. Deswegen sei die Politik gefragt, Signale zu setzen, die den Menschen eine Zukunft ermögliche, so Fuchs. (siehe auch: "IG Metall: Mitglieder sollen sich am Klimaaktionstag am 20. September beteiligen")

Solidarität macht stark!

Die Transformation in der Automobilindustrie, die Digitalisierung, die nicht nur die Produktion rationalisiert, sondern auch die Büros und das Branchen übergreifend sind Fakt. Die Auseinandersetzung darum betrifft nicht nur die Metall- und Automobilindustrie. Damit auch nicht nur die IG Metall Baden Württemberg und die Region Stuttgart, einem Zentrum der Automobil- und Zuliefererindustrie mit ihren "Schlachtschiffen" Daimler, Bosch und Porsche. Daimler Chef Källenius hat ja für die Beschäftigten einen Horrorkatalog in seiner Schublade. Ein Zeichen dagegen könnte die Aktion am 22. November sein. Um diese Konzerne zu beeinflussen, müssten aber weitere folgen, verbunden auch mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn – und Personalausgleich. Und das solidarisch, gewerkschaftsübergreifend.

txt: Dieter Keller


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Aufruf zur Solidaritätsaktion

Infos hier

siehe auch: Wirtschaftskrieg gegen Cuba

Der Kommentar

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