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25.02.2015: Starwood, mit Hauptsitz in Stamford (USA), ist eines der größten Hotel- und Freizeitunternehmen der Welt und tritt unter neun verschiedenen Marken auf. Die Sheraton Hotels gehören ebenso zur Starwood Group wie die Westin, St. Regins, Méridian, W Hotels, element und die Luxury Collection Hotels. Starwood sagt von sich, dass "ausgeprägter Lebensstil" ihr Markenzeichen sei. Zu diesem "ausgeprägten Lebensstil" zählt auch die brutale Verletzung von Gewerkschafts- und Menschenrechten. Der Internationale Gewerkschaftsverband IUF UITA UIL – aus Deutschland sind die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Industriegewertschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG-BAU) Mitglied – führt eine internationale Kampagne gegen Sheraton und Co.

 

Am 20. Februar stachen gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte des Sheraton-Luxusresorts auf den Malediven in See. Von einem Boot aus, auf dem sie Streikposten standen, stand “Schande über Sheraton!”. Sie waren entlassen worden, weil sie die Anerkennung ihrer Gewerkschaft gefordert hatten und dürfen die private Insel des Konzerns nicht mehr betreten.

Vorausgegangen war, dass die Beschäftigten von Sheraton-Hotels in Äthiopien und auf den Malediven ein grundlegendes Menschenrecht ausüben wollten: Aushandlung ihrer Beschäftigungsbedingungen durch ihre Gewerkschaften. Sie bekamen die missbräuchliche Full-Service-Behandlung des Sheraton-Managements zu spüren – brutale Massenentlassungen und Einschüchterung.

Im April letzten Jahres begann die gesetzlich anerkannte Gewerkschaft, die die Beschäftigten des Sheraton Addis Hotels in Addis Abeba, Äthiopien vertritt, mit Verhandlungen zum Abschluss einer neuen Kollektivvereinbarung, mit technischer Unterstützung der staatlichen Schiedsbehörde. Die Verhandlungen verliefen während mehrerer Verhandlungsrunden in einem Klima “guten Verständnisses”, wie die Behörde es nannte – bis die Hotelleitung die Verhandlungen abrupt und einseitig abbrach und 65 Beschäftigten, ausnahmslos Gewerkschaftsmitglieder, einschließlich der Unterhändler, auf die sich das Management und der Vorstand der Gewerkschaft geeinigt hatten, Kündigungsschreiben zustellte. Das Management erklärte dann, es sei nicht bereit, mit Beschäftigten zu verhandeln, deren Arbeitsverhältnis beendet worden sei! Sheraton/Starwood lizensiert die Marke und führt das Hotel für den Eigner, Scheich Sheikh Mohammed Hussein Ali Al Amoudi, ein saudi-arabischer Milliardär, laut Forbes der größte Einzelinvestor in Äthiopien.

Seit die der IUL angeschlossene TEAM im Februar letzten Jahres eine Mehrheit der Beschäftigten des Sheraton Maldives Full Moon Resort & Spa rekrutiert hat, weigert sich das Management, die Gewerkschaft formell anzuerkennen oder den Gewerkschaftsausschuss zu treffen, und hat Disziplinarverfahren gegen den Gewerkschaftssekretär eingeleitet. Am 19. April 2014 wandte sich die Gewerkschaft schriftlich an die Hotelleitung mit der Bitte um ein Gespräch über die ungerechte Behandlung ihres Gewerkschaftssekretärs. Sie erhielt keine Antwort, und die Gewerkschaftsmitglieder versammelten sich im Personalbereich, um zu protestieren. Am 14. Mai begaben sich dienstfreie Gewerkschaftsmitglieder in das Büro des Direktors, um ihn um ein Treffen zu bitten, fanden ein leeres Büro vor und warteten friedlich auf seine Rückkehr. Dann kam die Polizei, begann mit einem Verhör der Gewerkschaftsführer und ordnete danach die Räumung des Büros an. Am Tag darauf, dem 15. Mai, erhielten der Präsident der Gewerkschaft, der Gewerkschaftssekretär und ein Vorstandsmitglied Disziplinarschreiben, in denen sie der unrechtmäßigen Versammlung und des illegalen Vorzeigens von Gewerkschaftstransparenten im Personalbereich am…19. April bezichtigt wurden! Am Abend dieses Tages wurden ihnen in Anwesenheit der Polizei Kündigungsschreiben übergeben.

Seitdem sind insgesamt zehn Gewerkschaftsführer entlassen worden, und mehr als einhundert Mitglieder haben das gleiche Disziplinarschreiben erhalten. Da das Resort auf einer privaten Insel liegt, dürfen Gewerkschaftsfunktionäre diese nicht betreten, um Mitglieder zu treffen, ohne gegen die Vorschriften über unbefugtes Betreten zu verstoßen.

In Äthiopien und auf den Malediven versucht das Sheraton-Management, die Gewerkschaften mit brutalen Methoden zu eliminieren, die Furcht einflössen: Disziplinarverfahren, Einschüchterung, Massenentlassungen. Die Beschäftigten wollen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren – mit einer Garantie ihrer Gewerkschaftsrechte. Starwood weigert sich, mit den Gewerkschaften zu sprechen oder auf Schreiben der IUL zu reagieren.

IUL: Aufruf zu internationaler Solidarität
Schande über Sheraton! – verwendet das nachstehende Formular, um eine Botschaft an die Sheraton-Konzernleitung zu schicken mit der Aufforderung, die Situation zu bereinigen, die Gewerkschaftsrechte anzuerkennen und mit der IUL zu sprechen.

quelle: IUL
foto: IUL


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Aufruf zur Solidaritätsaktion

Infos hier

siehe auch: Wirtschaftskrieg gegen Cuba

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