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alt01.03.2010: Am vergangenen Samstag, dem 27.2. fand in Graz, der Landeshauptstadt Steiermark, unter dem Motto „ Arbeitszeitverkürzung statt arbeiten bis zum Umfallen!“ eine kämpferische und von der Bevölkerung mit Sympathie getragene Demonstration statt. Aufgerufen hierzu hatten der Gewerkschaftliche Linksblock innerhalb des ÖGB (GLB), die KPÖ Steiermark, die Kommunistische Jugend Österreich (KJÖ), der Kommunistische StudentInnenverband Österreichs (KSV), AUGE (Alternative und unabhängige GewerkschafterInnen), FSG-Jugend (Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen), GPA-djp-Jugend (Gewerkschaft der Privatangestellten/druck journalismus print), AMSEL (Arbeitslose Menschen suchen effektive Lösungen), Linke Steiermark, SJ Steiermark (Sozialistische Jugend) und die Steirische Friedensplattform.

Demonstriert wurde für mehr Lebensqualität, für Vollarbeitsplätze für die Jugend und derzeit Arbeitslose. Die ÖGB-Forderung für Arbeitsverkürzung bei Aufrechterhaltung des Lebensstandard und der Kaufkraft wurde präzisiert in die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverlust. Eine aus Sicht der Demonstrierenden durchaus berechtigte Forderung angesichts der stetigen Steigerung der Arbeitsproduktivität. Die Demo sollte ein erstes Zeichen gegen die verstärkten Angriffe der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer Österreichs auf die bestehenden Arbeitszeitregelungen setzen. Unter dem Schlagwort „Arbeitszeitflexibilisierung“ strebt die Kapitalseite massive Arbeitszeitverlängerung an. 10 Stunden Normalarbeitszeit, bis zu 12 Stunden tägliche und 60 Stunden wöchentliche Arbeitszeit sowie einen Durchrechnungszeitraum für Überstunden von zwei bis fünf Jahren stehen auf ihrer Agenda. Der Präsident der Industriellenvereinigung Sorger fordert, dass es bis zum 1. Mai „zu „signifikanten Verbesserungen bei der Arbeitszeitflexibilisierung“ kommen müsse. Gleichzeitig sind 400.000 Menschen in Österreich arbeitslos. Doch alleine im zweiten Quartal 2009 mussten laut Statistik Austria 754.000 Beschäftigten 81.000.000 Überstunden leisten. Schon jetzt könnten stattdessen etwa 60.000 Vollzeitstellen real geschaffen werden. Doch die Unternehmer wollen weiter „flexibilisieren“. Noch mehr Erwerbslose wären das Ergebnis. Für Jugendliche bleibt höchstens prekäre Beschäftigung. Wie unangenehm den sogenannten „Arbeitgebern“ der Protest arbeitender Menschen war, zeigte die wütende Reaktion des steirischen Wirtschaftskammerpräsidenten Ulfried Hainzl, der die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung als einen „Faschingsscherz in der Fastenzeit“ bezeichnete. Nach Auffassung von GLB und KPÖ bestätigt dies die Notwendigkeit weiteren entschiedenen Kampfes für Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverlust statt Rekordarbeitslosigkeit.

text: bernd mugele / grafik: kpö steiermark


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