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29.11.2018: Kurz vor dem Weltklimagipfel in Polen haben Umweltschützer für diesen Samstag (1.12.) zu einer Doppel-Demonstration gegen die Kohle in Köln und Berlin aufgerufen. Jedes Jahr vor der Klimakonferenz veröffentlichen die Expert*innen des UN-Umweltprogramms Unep ihren Bericht. In diesem Jahr sind die Nachrichten besonders schlecht.

Klimawende rückwärts

Die weltweiten CO2-Emissionen sind 2017 auf ein Rekordhoch gestiegen, heißt es im neuesten Klima-Report des UN-Umweltprogramms Unep. Nachdem sie zuvor drei Jahre lang stagniert hatten, wurde 2017 mit 53,5 Gigatonnen Treibhausgasen ein neuer Spitzenwert erreicht. "Der Anstieg 2017 hinterlässt einige Unsicherheit, ob die Verlangsamung von 2014 bis 2016 nicht primär durch kurzfristige wirtschaftliche Effekte getrieben war", heißt es nun in dem Report. Es gebe derzeit keinen Hinweis auf eine Trendwende. Dabei hatte der Weltklimarat IPCC erst kürzlich gemahnt, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, um Schlimmeres zu vermeiden.

Nach den Berechnungen der Unep-Expert*innen wird die Lücke zwischen dem, was notwendig wäre und dem, was getan wird immer größer. Selbst wenn die die Staaten alle ihre Klimapläne umsetzen würden, läge der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2030 immer noch um 13 Gigatonnen über dem was erforderlich wäre, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Nötig wäre eine Verdreifachung des Klimaschutzes. Wollten sie den Anstieg bei 1,5 Grad Celsius stoppen, müssten sie fünfmal mehr tun und 29 Gigatonnen mehr einsparen, als die bisher geplanten Klimaschutz-Aktionen der Staaten hergeben. Anders gesagt: Bleibt es bei den bisherigen Zusagen, dann dürfte sich die Erde um drei Grad Celsius und mehr erwärmen, warnt der Bericht.

Diese Emissionslücke wird vor allem durch eine große »Politik-Lücke« verursacht. Die Regierungen knicken immer wieder vor der Macht der Kohle-, Öl- und Autoindustrie ein.

Tempo machen beim Kohleausstieg!

Kurz vor dem Weltklimagipfel in Polen haben Umweltschützer für diesen Samstag (1. Dezember) zu einer Doppel-Demonstration gegen die Kohle in Köln und Berlin aufgerufen. Berlin sei ausgesucht worden, weil dort die Kohlekommission tage, Köln wegen der Nähe zum Hambacher Forst, sagte eine Sprecherin. Außerdem sei NRW der Industriestandort in Deutschland schlechthin, meinte der NABU-Landesvorsitzende von NRW Josef Tumbrinck. Hier müssten jetzt endlich die Kraftwerke im rheinischen Revier geschlossen werden. Diese stammten "aus der energietechnischen Steinzeit". Dirk Jansen vom BUND kritisierte, dass die Kohlekommission ihr Konzept für den Kohleausstieg nun erst Anfang Februar vorlegen will. "Diese gezielte Verzögerungsstrategie ist unseres Erachtens ein Skandal", sagte Jansen.

60 Organisationen rufen zu den beiden Demonstrationen auf (https://www.klima-kohle-demo.de/)

 

Aufruf zur Demonstration:

Tempo machen beim Kohleausstieg!

Auf zur Klima-Doppel-Demo

Samstag, 1. Dezember – zeitgleich in Berlin und Köln

Im Dezember geht es gleich doppelt ums Klima: Beim Weltklimagipfel in Polen und in der Kohle-Kommission in Berlin. Während die Welt über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt, entscheidet sich in Berlin, ob Deutschland seine Versprechen wahr macht – und schnell aus der Kohle aussteigt.

Die Zeit drängt: Das hat uns der Hitzesommer 2018 erneut bewusst gemacht.

Doch die Große Koalition versagt beim Klimaschutz: Das Klimaschutzziel 2020? Aufgegeben. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien? Ausgebremst. Der Ausstieg aus der Kohle? Aufgeschoben.

Das wollen und werden wir ändern. Zusammen mit vielen tausend Menschen. Am 1. Dezember in Köln, vor den Toren des größten Braunkohlereviers Europas, und in Berlin, vor der Haustür der Bundesregierung. Wir forden:

Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!

Machen Sie mit!

Am 1. Dezember heißt es: Auf zur großen Klima-Doppel-Demo!

  • Köln: 12 Uhr, Deutzer Werft
  • Berlin: 12 Uhr, Kanzleramt

 

 

 

 

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