Regionalgruppe Rosenheim
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marxistische linke Z 180208Eine kleine Gruppe politisch Interessierter war der Einladung der marxistischen linken gefolgt, um mehr über deren Selbstverständnis und politischen Zielsetzung zu erfahren.

Die Wahrheit unterschiedlicher marxistischer Theorien

In seinem Impulsreferat betonte Leo Mayer, Mitbegründer der marxistischen linken und Mitglied des Bundesvorstandes, es sei die Intention des Vereins, ein Netzwerk zur Zusammenarbeit zu schaffen, „um die heutigen unterschiedlichen marxistischen Ansätze zu verstehen, ihre Hintergründe zu begreifen, jeweils deren Wahrheit hervorzuheben, und daraus zu lernen für die Gestaltung heutiger linker Politik. Uns ist es sehr wichtig, in unserem Denken und Handeln unsere Offenheit, unsere integrative Ausrichtung zu signalisieren.“

Mit Verweis auf die sich ändernde politische Kultur und auch der politischen Parteienlandschaft kommt es nach den Worten von Leo Mayer darauf an, sich respektvoll und offen auf die Wahrheiten unterschiedlicher Ansätze einzulassen und diese für das gemeinsame politische Handeln zu nutzen.

Nachdem der Marxismus nicht als ein abgeschlossenes Theoriegerüst zu begreifen sei, sondern als eine lebhafte dynamische Theorie mit weißen Stellen, wären die bestehenden theoretischen Lücken am besten durch die Einbeziehung vieler unterschiedlicher Ansätze zu schließen.

Hierzu sagte Leo: „Nehmen wir das Beispiel Ökologie; das fand bei kommunistischen Parteien nicht in dem Maße Berücksichtigung wie es etwa Friedrich Engels und Clara Zetkin in ihren Ausführungen schon beschrieben haben. Theoretisch richtet sich der Marxismus gegen Ausbeutung aller Art, die Ausbeutung von Menschen und die der Natur. Ohne jeden Zweifel benutzt der Kapitalismus das Patriarchat und natürlich beuten die Kapitalisten die Natur bis zum beiderseitigen Untergang aus. Es gibt auch schon lange keine kommunistische Partei mehr, die das nicht in ihr marxistisches Weltbild aufgenommen hat.“

Das Selbstverständnis der marxistischen linken

Die Interessierten Gesprächsteilnehmer konnten den Ausführungen entnehmen, weshalb die marxistische linke die Beiworte/Eigenschaftsworte ökologisch, emanzipatorisch feministisch und integrativ in ihrer Grundsatzerklärung hervorhebt.

Damit sei auch am ehesten das dringend notwendige „emanzipatorische“ in der linken Bewegung zu erreichen, weil es nach Leo´s Ausführungen, darauf ankomme, keine feste marxistische Theorie in die sozialen Bewegungen hineinzutragen, sondern in der Zusammenarbeit mit der Bewegung dazu beizutragen, dass sich die Menschen emanzipieren und so zum politischen Handeln gelangen.

Einen festen gesellschaftlichen Block gegen Neoliberalismus  aufbauen

Die marxistische linke verstehe sich gemäß ihrer Grundsatzerklärung als Verein, der einen Beitrag leisten will, den Widerstand der demokratischen und gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln und den Aufbau eines festen gesellschaftlichen und politischen Block gegenüber dem Neoliberalismus zu formen.

Leo betonte in diesem Zusammenhang, das nach dem Selbstverständnis der marxistischen linken die Mitglieder in der Tradition der Kämpfe gegen kapitalistische Ausbeutung und Umweltzerstörung tätig werden und ganz im Sinne von Karl Marx das Ziel anstreben, „….alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes……Wesen ist….“.

Daran verdeutliche sich ein klares Bekenntnis zu der Zielsetzung, den Kapitalismus zu überwinden und dafür die Menschen zu inspirieren.

Eine kulturelle Hegemonie linker Kräfte aufbauen und fördern

Die marxistische linke wolle keine vergleichbare Organisation sein zu den bekannten politischen Parteien, die sich im periodischen Rhythmus für Wahlen rausputzen, um Wähler zu mobilisieren.

Der marxistischen linken komme es vielmehr darauf an, eine kulturelle Hegemonie, einen Gegenpol gegenüber der Vormachtstellung des Neoliberalismus zu fördern und zu etablieren.

Eine indirekte Beteiligung an Wahlen wäre letztlich eine entsprechende Wahlempfehlung für bestimmte Parteien, die in Übereinstimmung mit den politischen Zielen der marxistischen linken aktive Politik betrieben.

Internationalität

Bei der Einschätzung der internationalen Ausrichtung sei es das Anliegen der marxistischen linken, keine geopolitische Blocksympathie auszudrücken, sondern Solidarität gegenüber den Kräften hervorzuheben, die in ihrem jeweiligen Land für Selbstbestimmung und für eine gesellschaftliche Umwälzung nach demokratischen Prinzipien kämpfen.

Lokale politische Aktivitäten

Im Bezug auf die Herangehensweise bei örtlich sozialen und ökologischen Problemen zeigten sich die Diskussionsteilnehmer darüber einig, dass weitere öffentliche Einladungen der marxistischen linken von örtlich aktiven Gruppen wie der Linken, der SPD, der Grünen, Aktivisten in der Flüchtlingshilfe oder sozial-ökologische Initiativkreise kontinuierlich erfolgen sollten. Damit würde die gewollte Plattform geschaffen werden, aktuelle soziale und ökologischen Problemfelder vor Ort aufzugreifen und Ansätze für ein mögliches Vorgehen zu erörtern.

Ein konkreter Hinweis auf eine angedachte Teilnahme an der 1. Mai-Kundgebung des DGB in Rosenheim in 2018 bildete den Abschluss eines intensiven Gedankenaustausches über die Notwendigkeit linker, marxistischer Alternativen.

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