Farkha Festival 2017: Wir sind angekommen

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Farkha2017-225.07.2017: Bereits zum 24. Mal findet das International Youth Festival der Jugendorganisation der Palästinensischen Volkspartei (PPP) in Farkha statt. Und auch dieses Mal sind wir wieder mit einer Delegation aus Deutschland dabei. Wir wollen palästinensische und israelische Jugendliche kennenlernen und die palästinensischen Genoss*innen bei der Freiwilligenarbeit und zur Erlangung von mehr Unabhängigkeit im Dorf unterstützen. Der Bericht der ersten beiden Tage beschreibt eine politisch bereits sehr spannende Anreise nach Farkha und die "environment converence", welche den Kampf um Befreiung vor allem in ökologischen Gartenbau und Selbstversorgung sieht.

 

 

Tag eins, 23.7.2017

Die Reise in Richtung des kleinen palästinensischen Dorfes Farkha begann spannend, denn aufgrund von Demonstrationen am Checkpoint Qalndia gegen die israelische Besatzung fuhren die Busse nur bis kurz vor den Checkpoint, überquerten diesen jedoch nicht. Trotz allem beschlossen wir, die Delegation aus Deutschland, bis Qalndia zu fahren und unser Glück bei der Passierung des Checkpoints zu versuchen. Hinter dem Checkpoint würden die Taxen normal weiterfahren, sagte man uns.

Dort angekommen ließ uns der Anblick des israelischen Militärs jedoch erst einmal an unserem Vorhaben zweifeln. Es bestand schließlich noch die Möglichkeit den Checkpoint mit einem Taxi zu umfahren, was jedoch viel länger gedauert hätte. Letztlich entschieden wir uns, den Checkpoint zu Fuß zu überqueren, was uns tatsächlich ohne weitere Probleme gelang. Als wir die andere Seite des Checkpoints erreichten, wurde uns aber schnell bewusst, warum die Busse nicht weitergefahren sind. Zum einen stockte der Verkehr rund um den Checkpoint stark, zum anderen kanllte es in unmittelbarer Nähe. Glücklicherweise nur Feuerwerkskörper. Ohne lange zu überlegen fragten wir uns bei umstehenden und in heller Aufregung gewesenen Passant*innen nach einem Taxi in Richtung Ramallah um und es dauerte nur wenige Sekunden, als rund sechs Männer um uns standen und uns anboten, dort hinzufahren. Gesagt, getan.

Als der Taxifahrer es schaffte aus dem Menschen- und Autogewühl zu kommen, bekamen wir die andere Seite der Trennungsmauer nun nicht mehr nur zu hören, sondern auch zu sehen. Vor Graffitis, die Jassir Arafat und Marwan Barghouti zeigten, der jüngst einen Hungerstreik anführte, standen junge Palästinenser*innen, die Kufiya ins Gesicht gezogen und mit Steinen bewaffnet. Auch wenn man die Bilder schon oft genug in Nachrichten gesehen hat, war es ein merkwürdiger Moment, diese Situation direkt mitzuerleben. Die weitere Fahrt ließ einem "die andere Seite der Mauer" zudem erneut sehr deutlich werden, insbesondere die Gegend rund um Ramallah. Kaputte Häuser, ausgebrannte Autos und Straßenbarrikaden.

Die weitere Fahrt verlief jedoch ruhig. In Ramallah angekommen, bot uns der Fahrer des Taxis an, uns direkt weiter nach Farkha zu bringen, da die Busse in diese Richtung um die Uhrzeit nicht mehr fahren würden. So erreichten wir gegen 22:00 Uhr abends endlich das kleine Dorf und da ich bereits vergangenes Jahr hier war, war die Freude auf das Wiedersehen vieler Genoss*innen groß. Wir aßen noch gemeinsam zu Abend und legten uns schließlich erschöpft schlafen.

Tag zwei, 24.7

Nach der anstrengenden Reise des Vortages klingelte der Wecker um 7:00 Uhr morgens einfach zu früh. Nicht nur für mich, sondern auch für den Rest der Delegation. Doch die Freude und die Aufgeregtheit darüber wieder hier zu sein ließ die Müdigkeit schnell verschwinden. Nach dem nunmehr obligatorischen Manqosha (palästinensisches Brot mit Tomatensoße, Ei oder Kräutern) und Chai (Tee) Frühstück teilten wir uns in drei Gruppen auf und begannen mit der Freiwilligenarbeit im Dorf Farkha. Neben der Zubereitung des Essens und dem Streichen von Wänden gab es zudem die Möglichkeit sich an der Arbeit im Projekt "Ökologischer Gartenbau" zu betätigen.

Projekt "Ökologischer Gartenbau"

Dieses Projekt wurde im Jahre 2014 gestartet und zielt vor allem auf zwei Punkte ab. Zum ersten möchte das Dorf Farkha damit wieder mehr Unabhängigkeit erlangen. Durch den von israelischer Seite betriebenen Siedlungsbau verlieren nämlich auch die palästinensischen Bäuerinnen und Bauern ihr Land, welches sie Farkha2017-1eigentlich zum Anbau von Obst und Gemüse nutzten. Da diese nun viele Nahrungsmittel nicht mehr selbst anbauen können, muss auf israelische Waren zurückgegriffen werden, die aber oftmals teurer sind. Mit dem Anbau, der bisher aus Tomaten, Zucchini, Oliven, Kohl, Zwiebeln und verschiedenen Kräutern besteht, soll dem entgegengewirkt und im Kleinen gegen die Siedlungspolitik demonstriert werden.

Zum anderen hängen aber auch Themen wie Gesundheit, Umwelt- und Tierschutz damit zusammen. Darauf wurde detailliert bei der "environmental conference" eingegangen, die heute im örtlichen Gemeindesaal stattfand. Denn beim ökologischen Gartenbau wird vor allem Wert darauf gelegt, ohne Pestizide zu arbeiten. Dieses Verfahren ist nicht nur eine sehr gute Möglichkeit, den Boden weitestgehend fruchtbar zu halten, sondern ungespritztes Obst und Gemüse dienen Mensch und Tier zudem als Nahrung und Grundlage für ein gesundes Leben.

Farkha dient ein Öko-Dorf im portugisischen Tamara als Vorbild. Schon seit 25 Jahren leben Mensch, Natur und Tier dort gemeinsam, um für ein besseres Leben einzustehen – mit großem Erfolg. Mehr zu diesem könnt ihr den Berichten über vorherige Festivals auf kommunisten.de entnehmen.

Auch die nächsten Tage versprechen natürlich spannend zu werden. Neben der täglichen Freiwilligenarbeit wird es noch verschiedene Workshops, eine offene Kunstbühne und Ausflüge zu politischen und kulturellen Inhalten geben. Aktuelle Artikel findet ihr wie immer hier auf kommunisten.de und auf Facebook (Max van Beveren).

Max van Beveren

 

 

Pro-Asyl Familiennachzug

" .. Wir fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags dazu auf, die erzwungene Trennung von Flüchtlingsfamilien zu beenden. .."

Zur Petition »Familien gehören zusammen!«


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Monsanto-Glifosato

Die EU hat für weitere fünf Jahre die Zulassung von Glyphosat verlängert. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gab mit seiner Zustimmung den Ausschlag.(siehe Der Monsanto-Mann)

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

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Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

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