Kapital & Arbeit
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Samsung THE-TRUTH03.11.2016: Samsung ist mit seinem Galaxy Note 7 in die Schlagzeilen gekommen. Weniger bekannt sind die mittelalterlichen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und die extrem gewerkschaftsfeindliche Politik des Unternehmens. Der Internationale Gewerkschaftsbund hat jetzt eine Kampagne gestartet, die den Konzern dazu zwingen soll, den Raubbau an seinen ArbeiterInnen und die Politik der gewerkschaftsfreien Betriebe zu beenden.

Auf seiner Internetseite stellt sich Samsung keine geringere Aufgabe als "Die Welt verbessern". Und zwar durch "innovative, zuverlässige Produkte und Services, talentierte Menschen, einem verantwortungsbewussten Ansatz als Unternehmer und Mitglied der Weltgesellschaft sowie Kooperation mit unseren Partnern und Kunden .. . Wir übernehmen gerne Verantwortung und leisten unseren Beitrag als guter Bürger, indem wir weltweit Maßnahmen zur Förderung einer besseren Gesellschaft, zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt sowie zum Stärken unserer Gemeinschaften ergreifen."

Samsung ist der mit Abstand größte Mischkonzern in Südkorea. In den Kernunternehmen der Samsung-Gruppe arbeiten knapp eine halbe Million Menschen, in dem ausgedehnten und verschwommenen Netzt von Subunternehmen und Zulieferern, das sich durch die ganze asiatische Region zieht, sind es insgesamt ungefähr 1,5 Millionen Menschen.

Nun ist Samsung in den letzten Tage in die Schlagzeilen geraten, weil der Konzern mit den Kunden, die durch ein Galaxy Note 7 verletzt wurden und teilweise schwere Verbrennungen erlitten, nicht gerade "kooperativ" umgeht, sondern sie in "einer seltsam arroganten Art" (DER SPIEGEL) abfertigt.
Der 'Tagesanzeiger' berichtet, wie der Konzern Opfer einschüchtert. Eines der Opfer sagt, dass er den Handyanbieter am liebsten auf Schadenersatz verklagen würde. "Aber ich habe Angst vor Samsung." Der Einfluss des Unternehmens reiche sehr weit. Große heimische Medien hätten sogar die Berichterstattung über seinen Fall verweigert. (Jetzt melden sich die Opfer von Galaxy Note 7)

Doch Samsung schädigt nicht nur Kunden mit seinen brennenden Galaxy. Die Opfer auf Seiten der Beschäfigten sind weit größer. 

Zwar behauptet Samsung auf seiner Internetseite "Wir messen unseren Erfolg nicht nur an unseren Geschäftszahlen, sondern auch daran, inwieweit wir unserer Gesellschaft dienen … ", aber die Realität ist eine andere.

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Berichte über ehemalige Samsung-Mitarbeiter, die an Krebs erkrankten. Viele von ihnen starben. Die Organisation SHARPS sieht die Ursache für die Erkrankungen in den Arbeitsbedingungen, die in den Samsung-Fabriken herrschen. "Seit acht Jahren kämpfen wir darum, mit unserem Anliegen gehört zu werden. Mittlerweile haben wir 360 Opfer der koreanischen Elektroindustrie gefunden, die an Krebs erkrankt sind, die meisten von ihnen arbeiteten für Samsung. Besonders im Bereich  Halbleiterherstellung. Unseren Untersuchungen nach sind vor allem junge Arbeiter zwischen 20 und 30 Jahren durch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken an Krebs erkrankt. Viele von ihnen sind inzwischen tot", sagt Dr. Kong Jeong-ok.

Die Gewerkschaften greifen den Konzern an, weil er mit seiner arbeiter- und gewerkschaftsfeindlichen Politik die gesamte asiatische Elektronikindustrie beeinflusst. "Samsung Electronics interveniert aktiv bei seinen Zulieferern, um gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern", berichtete das Asia Monitor Resource Centre (AMRC).

Samsung halt sich damit an die Vorgabe seines Gründers Lee Byung-chull, der erklärte, dass "Gewerkschaften nur über meine Leiche" anerkannt werden.

Jetzt wurden erneut interne Dokumente bekannt, die enthüllen, auf welch extreme Weise der Konzern das Leben der ArbeiterInnen kontrollieren und gewerkschaftliche Tätigkeit unterbinden will. "ArbeiterInnen isolieren", "Anführer bestrafen" und "interne Konflikte herbeiführen", so soll das Management vorgehen, wenn es gewerkschaftliche Aktivitäten bemerkt. AMC berichtet, dass Samsung die "Telefone von ArbeiterInnen abhört, sie verfolgt und ihre Familien einschüchtert".

Arbeitszeiten von 11 bis 12 Stunden täglich, bis zu 100 unbezahlte Überstunden im Monat, Beschimpfungen, körperliche Misshandlungen, Diskriminierung von Frauen, fehlende Arbeitssicherheit sind die Regel in den asiatischen Samsung-Fabriken und den Zulieferern. Eine Arbeiterin berichtet AMC, dass sie durch die überlange Arbeitszeit während der dreimonatigen Einführung eines neuen Galaxy "nur noch zwei bis drei Stunden Schlaf in der Nacht" hatte und aufhören musste, ihr drei Monate altes Baby zu stillen.

'makeITfair' berichtet über die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetreiben, dass ArbeiterInnen "ohne Schutzkleidung mit Chemikalien" hantieren und "unmenschlich viele Überstunden leisten, weil der normale Stundenlohn ihre Grundbedürfnisse nicht deckt". Wegen der vielen Überstunden würden ArbeiterInnen während der Produktion einschlafen und Fehler begehen. Zur Bestrafung werde der ohnehin niedrige Lohn weiter gekürzt. Die ArbeiterInnen hätten kaum eine Möglichkeit, ihre Situation zu verbessern, denn Gewerkschaften sind verboten.

"Samsung ist überall. Falls Du ein Smartphone  - ein Android oder iPhone – hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Teile Deines Telefons in Fabriken hergestellt wurden, die von Samsung kontrolliert werden. Es ist jetzt an der Zeit, Samsung mitzuteilen, mit der arbeiter- und gewerkschaftsfeindlichen Politik aufzuhören. Genug ist genug!", heißt es in dem Aufruf des Internationalen Gewerkschaftsbundes.

Jetzt unterstützen:
http://act.ituc-csi.org/de/samsung

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Schickt die CSU in die Opposition!

 

Woi ma in an Bayern, wie's die AFD mog, leben?
Mia ned!
Landtagswahl am 14. Oktober

 

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