Das 18. Farkha-Festival in Palästina

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Farkha_Festival_kerem_0207_30016.09.2011: Vom 25. - 30. Juli 2011 fand in der Westbank/Palästina bereits zum 18. Mal das Farkha-Festival statt. Das von der Jugend der PPP (Palestinian Peoples Party – ehem. Kommunistische Partei Palästinas) ausgerichtete Festival findet seit 1991 in dem 1500-Seelen Dorf Farkha statt, was zu deutsch 'kleines Hühnchen' heißt. Das Dorf ist bekannt für seine vielen kommunistischen Familien und bietet deshalb eine gute Voraussetzung, dort ein kommunistisches Jugendfestival stattfinden zu lassen. Über mehrere Tage hinweg versammeln sich Jugendliche aus der ganzen Westbank um dort ein einmaliges Festival zu feiern, in diesem Jahr waren es an die 100.

Von 08:00 Uhr Früh bis 13:00 Uhr Mittags wird jeden Tag Freiwilligenarbeit geleistet und an verschiedenen Baustellen im Dorf gearbeitet. In diesem Jahr standen u.a. die Renovierung des Kindergartenspielplatzes, die Reinigung des örtlichen Friedhofs und die Errichtung eines Schulkiosks an der Grundschule auf dem Plan. Am zweiten Teil des Tages finden Diskussionsveranstaltungen, Konzerte und Freizeitaktivitäten statt.

Ich befand mich als Vertreter der DKP auf dem Festival. Nun folgen meine bearbeiteten Tagebuchnotizen, mit inhaltlichen Bemerkungen:

Anreisetag, Sonntag 24.7.11

Bei meiner Einreise über den Ben-Gurion-Flughafen wurden mir wieder dieselben Fragen gestellt, wie bei meiner letzten Einreise 2007: Wieso habe ich einen türkischen Namen? Was machen meine Verwandte in der Türkei? Will ich in die besetzten Gebiete einreisen? Um nicht abgewiesen zu werden, wie das einige Wochen zuvor den Air-Flotilla-AktivistInnen passiert ist, gebe ich an, als Tourist nach Israel einreisen zu wollen. Israelische GenossInnen haben mir empfohlen, keinerlei politische Materialien bei mir zu haben, so habe ich z.B. DKP-Buttons und Aufkleber lieber zu Hause gelassen. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass ich alles ohne Probleme hätte mitnehmen können.

Vom Flughafen bin ich mit einem Sherout-Shuttle-Bus direkt nach Jerusalem und dann weiter mit dem 18er Bus nach Ramallah gefahren Dort wurde ich herzlich von der PPP begrüßt und es gab ein Abendessen zusammen mit dem  PLO-Vertreter der Partei. Danach sind wir mit Jugendlichen der PPP im öffentlichen Bus nach Fakhra gefahren, auf dem Weg dorthin sind mir lauter Siedlungen und unbesetzte Checkpoints aufgefallen. Im Bus hatte ich die Möglichkeit mit einer der Festivalorganisatorinnen zu reden. Sie studiert an der Bir Zeit Universität in Ramallah. Die Studiengebühren betragen dort 15.000 Dollar für ein Studium, wenn man bedenkt, dass der palästinensische Durchschnittslohn bei ca. 1000 Dollar im Monat liegt, eigentlich unbezahlbar. Der Frauenanteil ist mit 60% höher als der Männeranteil, dies liegt aber daran, dass Männer meistens ins Ausland zum Studieren geschickt werden. Nach der Ankunft in Farkha gibt es ein Gespräch mit dem Festivalorganisator Baker Hammad. Er erzählt mir die Geschichte des Festivals, zeigt mir alte Fotos (er war 1997 auf den Weltfestspielen in Kuba(1)) und wir trinken zusammen Arak, dem arabischen Pendant zu Raki und Ouzo(2).

Festivaltag 1, Montag 25.07.11

Nachdem das Festival-Gelände tagsüber aufgebaut wird, Fahnen und Transparente aufgehängt werden und die Bühnen fertig gestellt werden, gibt es für mich einen kleinen Rundgang durch das Dorf. Auffallend ist, dass überall in den Strassen (auch auf dem Weg von Ramallah nach Farkha) Fahnen der PPP hängen. Im Dorf selbst prangen überall Portraits von Che Guevara und Slogans der Partei.

Am Abend wird das Festival eröffnet mit einer kleinen Demo durchs Dorf und vielen Offiziellen z.B. Militärs, dem Bürgermeister (Fatah) der nächstgelegenen Stadt Salfit und einem Mitglied der Leitung der PPP. Es gibt viele Reden, Musik, einen Kinderchor, Mädchentanz, eine traditionelle Volkstanzgruppe der PPP Jugend und zum Abschluss traditionelle palästinensische Gesänge. Das Camp mit ca. 90-100 Jugendlichen (davon ca. 10 Frauen) ist nun eröffnet. Zu Beginn gibt es eine Diskussion über Campregeln, Möglichkeiten der Kritik und Selbstkritik und eine Vorstellung der Teilnehmer.

Aus allen Teilen der Westbank sind Jugendliche da. Der Alterschnitt geht von 12 bis 29 Jahren. Viele sind in der Jugend der PPP organisiert, einige aber auch nicht. Mich erstaunt es, dass so ein Festival in einem kleinen Dorf irgendwo in der Westbank möglich ist. Auch der Umgang mit den weiblichen Genossinnen ist interessant. Sie sind zwar in einem anderen Gebäude untergebracht, nicht wie wir in der Grundschule des Dorfes, ansonsten ist aber der Umgang untereinander völlig offen und gleichberechtigt, auch wenn es mich überrascht hat, dass die meisten Genossinnen Kopftuch und islamische Kleider tragen. Im Laufe der Zeit lerne ich, entgegen aller Kopftuchdiskussionen in Deutschland, dass ein Kopftuch nicht automatisch mit Frauenunterdrückung zu tun hat, sondern für die meist religiösen GenossInnen nur eines von vielen Zeichen ihrer Religion ist. Dabei halten sie es mit Lenin, der Religion als Privatsache definiert hat und nichts mit ihrer politischen Denkweise zu tun hat.(3)

Festivaltag 2, Dienstag 26.07.11

Pünktlich um halb acht gibt es Frühstück. Danach teilen wir uns in Arbeitsbrigaden ein. Ich bin bei der Reinigung eines Kindergarten-Spielplatzes beteiligt. Es ist schwere körperliche Arbeit, da alle Spielgeräte ausgegraben werden müssen und das bei 35 Grad Hitze. Wir machen aber viele Pausen und die GenossInnen versuchen mich zu schonen, auch wenn ich klargestellt habe, dass ich keine Sonderbehandlung haben will. Das zu verhindern ist manchmal etwas schwierig, da ich in diesem Jahr der einzige internationale Gast bin. In den letzten Jahren gab es TeilnehmerInnen von Schwesterparteien der PPP aus ganz Europa.

Nach dem Arbeiten gibt es Mittagessen und am frühen Abend ist heute Kindertag. Die meisten Kinder aus dem Dorf kommen, wir spielen mit ihnen und es gibt GenossInnen, die sich als Clowns verkleidet haben. Zum Abschluss werden T-Shirts und Geschenke an die Kinder verteilt. Am Abend spielt die aus New York kommende Band Shusmo (4) auf dem Hof der Grundschule. Die aus Marokko, Griechenland und Palästina stammenden Künstler befanden sich gerade auf einer Soli-Reise durch die palästinensischen Gebiete und spielen hauptsächlich Musik aus dem Nahen Osten.

Festivaltag 3, Mittwoch 27.07.11

In der Früh teilen wir uns wieder in Arbeitsbrigaden ein. Ich war wieder in der 'Kindergartengruppe' und wir haben unsere Arbeit fertiggemacht. Die Dorfkinder können jetzt im Schatten rutschen und schaukeln. Meines Wissens gibt es vier Arbeitsgruppen: Kindergarten, Reinigung des örtlichen Friedhofs und direkt in der Grundschule wird ein Schulkiosk angebaut, damit sich die Kinder in den Pausen etwas kaufen können. Außerdem wird in der Mitte des Dorfes ein Denkmal für den kommunistischen Dichter und Schriftsteller Tawfik Zayad errichtet, das die Form Palästinas hat. Während der Arbeit im Kindergarten kamen nun auch die Frauen zu uns und haben ziemlich aktiv mitgeholfen. Das hat mich beeindruckt, denn sie haben mindestens genauso hart wie wir unter sengender Sonne gearbeitet.

Ich hatte eine Diskussion mit einer Genossin mit Kopftuch über Religion. Als ich sagte, ich glaube nicht an Gott, war die Erstaunung in der Runde erstmal groß. Es wurde aber angenommen und gesagt, dass alle Leute in Palästina so akzeptiert werden, wie sie sind. Auf meinen Einwand hin, dass dies nicht alle politische Kräfte in Palästina tun würden (z.B. Vittorio Arrigoni in Gaza(5) oder der jüdische Regisseur und Schauspieler Juliano Mer-Khamis in Dschenin(6)) gab es großes Bedauern deswegen. Die Morde wurden einhellig abgelehnt, es gab seitens der PPP Solidaritätsaktionen und Demonstrationen im Gedenken an die beiden ermordeten Menschen. Weiter sagten die GenossInnen, dass alle drei großen Weltreligionen (Christentum, Islam, Judentum) vom Prinzip her gleich seien und alle Menschen dieser Glaubensrichtung voll respektiert werden. Aber auch Atheisten hätten den Respekt der Mehrheit der Palästinenser. Am Nachmittag gab es eine Diskussionsrunde zum Thema Demokratie, Wahlen und Erstwähler (Jugendliche und vor allem junge Frauen). Hierfür waren extra zwei Frauen der Dr. Hanan Ashawi Stiftung (PFLP-nahe(7)) angereist.

Diskutiert wurden über die im Oktober 2011 stattfindenden Parlamentswahlen, Demokratie, Partizipation, persönliche Freiheitsbegriffe und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Am Abend habe ich ein kurzes Interview für den palästinensischen Radiosender Panet-Radio gegeben. Danach fanden neben der Dorfmoschee auf einem von USAID(8) gesponserten Dorfplatz traditionelle Tänze und palästinensische Sprechgesänge statt. Alles wirkte sehr friedlich, also habe ich eine Genossin gefragt, ob die israelische Armee oft in das Dorf kommt, denn das konnte ich mir bei der entspannten Atmosphäre nur schwerlich vorstellen. Sie sagte: Erst vor einer Woche war die Armee im Dorf, es war eine Hochzeit und sie kamen ohne Grund. Es kam zur Strassenschlacht und die Armee beschoss das gesamte Dorf mit Gasgranaten. Alles ohne ersichtlichen Grund. Vor einem Monat erst wurde ein Bruder von Selwa festgenommen mit der Begründung, an der wöchentlichen Bilin-Demonstration teilgenommen zu haben. Die Armee kam nachts um zwei Uhr, drang in das Haus ein und nahm den 18-Jährigen Bruder fest. Er wurde 8 Tage in Haft gehalten ohne Begründung. Danach wurde er freigelassen. Mich wundert es wirklich, dass die Leute bei solchen Situationen nicht zur Waffe greifen, habe aber immensen Respekt davor!

Festivaltag 4, Donnerstag 28.07.11

Am vierten Tag des Festivals wurde mir Ramallah gezeigt, wir besuchten einen kleinen Vorort. Dort fand ein kleines Fest statt, auf dem von den örtlichen Frauen selbst designte und produzierte Kleider gezeigt wurden, inklusive einer Modenschau von und für junge Mädchen. Es hat mich überrascht, dass so eine freizügige Modenschau möglich ist, allerdings wurde immer wieder betont, dass dies nur unter der Fatah oder anderen sekulären Kräften möglich sei. Die Hamas hätte eine solche Schau verboten. Danach machten wir einen kurzen Abstecher ins Dorf Bil´in, das für seinen friedlichen Widerstand gegen die Apartheids-Mauer bekannt ist. In den letzten Jahren starben mehrere Dorfbewohner im Widerstand gegen die Abtrennung der zum Dorf gehörenden Olivenhaine. Hervorzuheben ist das Schicksals des jungen Aktivisten Bassem 'Pheel', der 2009 von einer israelischen Gasgranate am Herzen getroffen wurde und sofort tot war.(9) Nur ein Jahr später wurde bei der gleichen wöchentlichen Demonstration seine Schwester von einer israelischen Kugel tödlich getroffen.

Der Widerstand war teilweise erfolgreich, denn nach einer Entscheidung des obersten israelischen Gerichtshofs wurde der Verlauf der Mauer korrigiert und die Dorfbewohner können nach Jahren wieder Teile ihre Felder bewirtschaften.

Zurück in Ramallah gedachten wir an den Gräbern von Mahmud Darwish(10) und Jassir Arafat, den beiden großen Kämpfern für die palästinensische Unabhängigkeit und Freiheit. Am Nachmittag gab es ein offizielles Gespräch zwischen dem Jugendverantwortlichen der PPP Yousef Ziedeh und mir, als DKP-Vertreter.  Ziedeh informierte mich über die aktuellen Entwicklungen in Palästina und über die Forderungen der PPP. Die Partei glaubt an den friedlichen Kampf gegen Israel und hat deshalb keine organisierten bewaffneten Kräfte. Ihr Lösungsvorschlag ist die 2-Staatenlösung mit Jerusalem als palästinensische Hauptstadt. Diese Lösung wird vor allem deshalb bevorzugt, da die entsprechenden UN-Resolutionen vorliegen und sie somit am leichtesten umzusetzen sind. Wurden diese ersten Schritte getan, ist die Diskussion über eine 1-Staatenlösung offen und möglich. Die PPP strebt danach, alle linken Kräfte zu einem Wahlblock und einem Bündnis auf 5 Jahre zu vereinen. Dies scheitert aber noch am Konkurrenzdenken und Zwiespältigkeiten unter den anderen linken Parteien.

Nennenswerte linke Gruppen sind folgende: Die PPP mit ca. 10.000 Mitgliedern, die DFLP (Demokratische Front zur Befreiung Palästinas) mit ca. 5000 Mitgliedern und die PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas) mit ca. 20.000 Mitgliedern. Die PFLP unterhält aktive bewaffnete Kämpfer(11). Laut PPP ist Israel in den letzten Jahren aufgrund von vorgeschobenen 'Sicherheitsinteressen' nach und nach und ohne Widerspruch seitens der USA aus dem Osloer Prozess ausgestiegen. Die PPP will erst mit Israel verhandeln, nachdem das prinzipielle Rückkehrrecht der Flüchtlinge akzeptiert wurde, was nicht einfach bedeutet, dass diese Millionen von Menschen zurückkehren werden (dafür ist das Land faktisch zu klein), allerdings  muss das grundsätzliche Recht vorhanden sein. Außerdem müssen die Besatzung und die Siedlungen aufgegeben werden, bevor es zu Verhandlungen kommen kann. Voraussetzung vor allem anderen ist aber die palästinensische Einheit. Bevor diese nicht wieder erreicht ist, können keine weiteren Schritte getan werden. Das diesjährige Abkommen zwischen Hamas und Fatah wird nicht sehr positiv eingeschätzt, da es nur auf dem Papier stehe und es letztlich den beiden Parteien nur um Postengeschachere gehe und nicht um die palästinensische Einheit selbst.

Zurück im Dorf Farkha, kamen ca. 50 GenossInnen der Israelischen Kommunistischen Partei und deren Jugendorganisation auf das Festival. Gemeinsam fand eine Gedenkveranstaltung für den kommunistischen Dicher Tavfik Zayad(12) statt. Gekommen waren auch die Vorsitzenden der PPP und der IKP, sowie die Leiterin der Tavfik Zayad Stiftung. Nach der Gedenkveranstaltung gab es eine offene Diskussionsrunde der Kritik und Selbstkritik an dem Camp, die ausgesprochen gut, offen und solidarisch war. Es gab berechtigte Kritik und Lob für besonders fleißige GenossInnen.

Festivaltag 5, Freitag 29.07.11

Diesmal begannen wir schon um acht Uhr in der Früh zu arbeiten. Für mich stand die Reinigung des Friedhofes an, eine anstrengende Arbeit unter sengender Sonne, aber die palästinensischen GenossInnen machten viele Pausen und versuchten mich wie immer gegen meinen Protest zu schonen. Im Anschluss daran haben wir den Platz für den Abschluss des Festivals vorbereitet, die Bühne wurde aufgebaut und der Platz wurde gereinigt. Danach gab es Freizeit und wir fuhren mit zwei Bussen zu einem öffentlichen Schwimmbad. Allein auf dem Weg dorthin (ca. 20 km) mussten wir drei Checkpoints passieren, immer mit der Angst im Nacken, nicht durchgelassen zu werden. Es klappte aber alles relativ reibungslos, da wir von den palästinensischen Autonomiebehörden einen Schein hatten, der uns die Durchfahrt erleichterte. Im Schwimmbad kam ich richtig ins Gespräch mit den GenossInnen und erfuhr, dass die meisten von ihnen schon monatelang, auch im Alter von 16 Jahren, in israelischen Gefängnissen saßen, weil sie Widerstand gegen die Besatzungssoldaten geleistet hatten. Ein Genosse saß ganze sechs Monate im Knast, da er auf der Suche nach Arbeit, illegal die Besatzungsgrenze überquert hatte.

Zurück im Camp gab es eine Diskussion über die Landpolitik Israels. Es waren Aktivisten gegen Häuserdemolierung anwesend und wir haben einen Dokumentar-Film angeschaut. (13) Israel kontrolliert 60% des Gebietes für Baugenehmigungen in der Westbank und es ist eine nachgewiesene Politik, dass Baugenehmigungen für palästinensische Familien in immer weniger Gebieten in der Westbank erteilt werden. Ziel ist es, genug Platz für kommende Siedlungen zu erhalten und die Palstinenser in Ballungsgebieten unter Kontrolle zu halten, die meist von einem militärischen Ring von Siedlungen umgeben sind.
 
Festivaltag 6, Samstag 30.07.11

Dieses mal konnten wir endlich etwas später aufstehen, da alle so fertig waren vom Schwimmen. Um 10 Uhr Vormittags haben wir dann an einem Denkmal für Tavfik Zayid (s.o.) gearbeitet, das in der Dorfmitte aufgestellt wurde.

Am Abend fand die Abschlussveranstaltung des Festivals statt, auf der unter anderem Muhammad Baraki(14), der Fatah-Regionsvorsitzende, der Bürgermeister von Salfit, der Kulturminister Palästinas und ein PPP-Sekretariatsmitglied sprachen. Gekommen waren ca. 1000 Gäste aus der ganzen Umgebung. Begleitet wurde die Veranstaltung von bekannten Sängern, Tanzgruppen und einer Hip-Hop-Gruppe.

Auffallend war, dass alle anwesenden unterschiedlichsten politischen Richtungen und v.a. auch die Fatah, trotz aller Differenzen, extremen Respekt vor der Arbeit der PPP haben. Selbst Mahmoud Abbas, Palästinenserpräsident ließ Grüße an den Festivalorganisator und PPP´ler Baker Hammad ausrichten. Ich hatte die Ehre, im Namen der DKP und im Namen der Freiwilligen eine kurze Rede zu halten, welche nun im vollen Wortlaut folgt:

"Merhaba Friends, Merhaba Comrades,
first, I want to say two sentences as Kerem and as the representative of the German Communist Party: I want to thank you from the very deep of my heart for the hospitality and for the experiences you have been giving me during this week. And in the name of the German Communist Party I want to thank you for the invitation to this unique festival! Now, I am speaking on behalf of the volunteers, which is a great honour to me. In this week, I felt as a Palestinian, therefore, in the following sentences, I am going to use "We" and not "You".

Big thanks to Bakir and his entire family – without their work this festival wouldn´t have been possible. But I also want to thank all comrades who have worked for one week in Farkha and who have shared their thoughts and ideas with all of us.

We all can be proud of what we have achieved during the18.th Farkha-Festival! This Festival is the vivid example that living together in peace and solidarity is possible. And if the Palestinian people live together in solidarity and unity, they can defy the Israeli occupation of Palestine. A very important step towards that goal would be the proclamation of the Palestinian state in September at the United Nations – I am sure that we will get the full support of the majority of the nations in the world.

The Farkha Festival also shows another very important point: It shows that the Palestinian people is not always mere victims but proud people who are able to build up their own structures of solidarity and, by doing so, they have been keeping up resistance against Israel for 63 years.

Now, I am going to say two last sentences again as Kerem from Germany: We will continue to show our solidarity with Palestine and its people! No matter what the German government, the USA or Israel do – we always will be on the side of the opressed people of Palestine.  And I can promise you that next year we will come to the nineteenth Farkha-Festival again (of course if you invite us)  Thank you for everything, comrades! Greetings to PPP.

Hand in hand to build up the free and undefeated Palestine!"
 
Es wurde noch in kleiner Runde bis tief in die Nacht weitergefeiert.

Rückkehr, Sonntag 31.07.11

Nach dem Aufräumen der Grundschule fand der große Abschied statt – die GenossInnen waren sichtlich traurig, aber ich habe versprochen im nächsten Jahr mit ein paar GenossInnen wieder zu kommen.

Die PPP hat mir extra einen Shuttle von Ramallah direkt nach Tel Aviv / Ben Gurion organisiert. Der Fahrer war ein alter Genosse, der alternative Reisen durch Israel/Palästina organisiert. Ich hatte ein interessantes Gespräch mit ihm, über die militärisch-strategische Rolle der Siedler in der Westbank und den Vorteilen der Proklamation des palästinensischen Staates im September vor der UN.

Er vertritt die nachvollziehbare These, dass die Ausrufung des Staates dazu führen wird, dass die USA ihre 'Hilfsgelder' für Palästina zurückziehen (wie schon teilweise geschehen), dadurch die Palästinensische Autonomiebehörde aufgrund von Geldmangel zusammenbrechen wird (die ohnehin nur zur Aufrechterhaltung des Status Quo seitens des US- und EU-Imperialismus finanziert wurde) und dadurch Israel als Besatzungsmacht dazu gezwungen sein wird, nach Besatzungsrecht die Palästinenser zu versorgen. Dies könnte dazu führen, dass die Besatzung zum ersten Mal unrentabel wird für den israelischen Staat, denn bisher zahlt er keinen Cent, im Gegenteil, die besetzten Gebiete werden wirtschaftlich von den Siedlern ausgebeutet. Eine auf Dauer unwirtschaftliche Besatzung, bei der Israel die Kosten für die Hohe Arbeitslosigkeit der Palästinenser, Ernährung etc. zahlen müsste, wäre langfristig der einzige Grund für einen Rückzug aus den besetzten Gebieten von 1967.

Nach einer ausführlichen Sicherheitskontrolle konnte ich meinen Rückflug nach Istanbul antreten und schließe hiermit das Tagebuch ab.

Kerem Schamberger

(1) http://www.weltfestspiele.de/1997/

(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Arak_%28Spirituose%29

(3) http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1905/12/religion.html

(4) http://www.shusmo.com

(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Vittorio_Arrigoni

(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Juliano_Mer-Khamis

(7) http://de.wikipedia.org/wiki/Volksfront_zur_Befreiung_Pal%C3%A4stinas

     http://www.pflp-info.de/

(8) USAID ist eine von staatlicher Seite finanzierte Hilfsorganisation der USA. Die fortschrittlichen Kräfte Palästinas lehnen eine Zusammenarbeit mit dieser ab, da sie als ein Arm des amerikanischen Imperialismus angesehen wird.

(9) http://www.bilin-village.org/english/articles/different-look/His-name-was-Bassem

(10) Mahmud Darwish war ein bekannter linker Schriftsteller und Poet. Früher Mitglied in der Kommunistischen Partei Palästinas.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Darwisch

(11) Die Webseiten der drei Parteien sind folgende:

PPP: http://www.palpeople.org/

DFLP: http://en.wikipedia.org/wiki/Democratic_Front_for_the_Liberation_of_Palestine

(leider keine offizielle Website gefunden)

PFLP: http://www.pflp.ps/

(12) http://en.wikipedia.org/wiki/Tawfiq_Ziad

(13) Jerusalem Legal Aid and Human Rights Center (JLAC) http://www.mosaada.org/

(14) Er ist Mitglied der Knesset für das Wahlbündnis Hadash aus Israelisch Kommunistischer Partei und anderen fortschrittlichen Kräften http://hadash.org.il/


 

Marseille-Forum

Am 10. und 11. November treffen sich die progressiven Kräfte Europas in Marseille zum Marseille-Forum, um eine Alternative Zukunft für Europa zu diskutieren. Die Europäische Linke unterstützt dieses Treffen.
Pierre Laurent, Nationalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei (PCF):

EL Marseille-Forum PierreLaurent


 

100 Jahre Oktoberrevolution

marxistische linke lädt ein

Logo-Revolution-Gegenrevolution

Das 20. Jahrhundert war eines der Revolutionen: in Russland, Ungarn, Deutschland, Spanien, China, Mexico, Chile, Cuba und vielen anderen Staaten. Daraus ragen die Oktoberrevolution und Maos Langer Marsch mit dem Sieg der Kommunisten 1949 als epocheprägende Ereignisse heraus. Diese Revolutionen sind Teil des langen Zyklus von Revolution und Gegenrevolution, der mit der französischen Revolution 1789 eröffnet wurde. Ging dieser lange Revolutionszyklus mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Ende?  Was kann Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute noch heißen?
Wir diskutieren mit

Frank Deppe
Autor des Buches: 1917 | 2017 - Revolution & Gegenrevolution

Sa., 25. November 2017, 15:00 Uhr
Frankfurt a.M.
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-71

Hinweis
Mi, 22. November 2017, 20:00 Uhr, Rüsselsheim, Stadtbücherei am Treff
Veranstalter: attac, DGB und Naturfreunden Rüsselsheim


 

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet

Monsanto-Glifosato

Demnächst entscheidet die EU über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf.

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten.

Tödliche Agri Kultur - Wie Monsanto die Welt vergiftet
Ein Film von Gaby Weber

siehe auch


 

wenn die umstaende 300p

marxistische linke: Jetzt Mitglied werden


Sie kommen im Morgengrauen!

Sie kommen im Morgengrauen!

von Bettina Jürgensen

18.11.2017: Am Montag in aller Frühe kam die Nachricht, dass es bei unserem Genossen Kerem Schamberger aus München eine Hausdurchsuchung gegeben hat! Die erste Frage war: Was wollen DIE schon wieder von Kerem? In letzter Zeit wurde immer häufiger seine Facebookseite gesperrt, vor fast genau einem Jahr sollte die Zulassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in München verhindert werden, Kerem kämpfte erfolgreich gegen sein drohendes Berufsverbot. Jetzt musste er bei seiner Hausdurchsuchung zusehen und Handy, Laptop, USB-Sticks wurden beschlagnahmt.

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Marsch ins militärische Kerneuropa

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15.11.2017: Am Montag haben die Außen- und Verteidigungsminister von 23 der 28 EU-Staaten mitgeteilt, eine Militärunion zu gründen. "Ein großer Tag für Europa", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Brüssel dazu. Ein großer Tag vor allem für die Rüstungsindustrie. Denn jeder EU-Staat, der sich an der Militärunion beteiligen will, muss sich verpflichten, die nationalen Rüstungsausgaben regelmäßig zu steigern.

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Frage: Am 10. und 11. November beraten in Marseille Parteien, Initiativen und Organisationen über neue Formen der Zusammenarbeit . Es gibt bereits verschiedene linke Foren und Denkfabriken, transform! ist eine davon. Warum muss jetzt noch ein weiteres Forum entstehen?

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Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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